Fahrradfahren im Schnee?

Ja, das machen viele. Gerade in Instagram kann man sehen, wie einige durch knietiefen Schnee fahren. Das sieht sehr eindrucksvoll aus, und ich bin auch etwas neidisch ob der schönen Bilder, die sie dann posten. Das mache ich lieber, wenn ich jetzt vermehrt zu Fuß unterwegs bin.

Die Landschaft versingt im Schnee

Ich möchte mich nicht unbedingt als Schönwetter-Biker bezeichnen. Schließlich bin ich schon durch Kälte und Starkregen zur Arbeit und zurück gefahren. Aber ich muss sagen, so sehr mich die Fahrt durch Schnee vielleicht reizen würde, es ist mir einfach zu gefährlich. Ich habe wirklich keine Lust, auf einer vom Schnee verdeckten Eisfläche auszurutschen und mir die Knochen zu brechen.

Der Schneewinter ist ja nicht von Dauer. Also laufe ich jetzt vermehrt durch die Gegend, und kann in Ruhe mein anderes Hobby, dem Fotografieren, nachgehen.

Mittlerweile hat es zu tauen angefangen. Die 5 Grad draußen fühlen sich schon richtig warm an. Noch ist es zu glatt; die Eisflächen glänzen zwar schön im Sonnenlicht, sind mir aber zu gefährlich. Aber mein Fahrrad steht bereit. Spätestens nächste Woche geht es wieder auf die Straße…

Fahrrad steht bereit

Auf zur Werkstatt

Der Wind rüttelte an meinen Jalousien. Draußen schien die Welt unterzugehen. Toll, und für heute hatte ich mir einen Tag freigenommen, um mit meinem Fahrrad nach Dortmund (20 km) zu fahren. Wie ich berichtet hatte (hier nachzulesen: Fahrrad kaputt), macht meine Schaltung (?) ganz schreckliche Geräusche. Das konnte ich nicht mehr ignorieren, also musste ich heute los.

Glücklicherweise beruhigte sich das Wetter wieder, es kam sogar die Sonne raus. Nach einem guten Frühstück ging es hinaus in die Kälte. Ich benutzte Google-Maps, weil mich Komoot wieder dieselbe Strecke fahren lassen wollte, die ich eh auf meinem Weg zur Arbeit benutze.

Und so ging es auf Feldwegen Richtung Westen. Der Himmel war blau, die Sonne schien, jedoch war noch ein kräftiger Wind unterwegs.

Unterwegs

Den 9. Gang versuchte ich weitgehend zu vermeiden, weil ich da mein Fahrradproblem hatte. Hoffentlich nahmen sie mich heute noch ran und finden die Ursache. Meiner Frau hatte ich schon gesagt, dass sie sich bereithalten soll, mich von Dortmund mit dem Auto abzuholen. Aber vielleicht hatte ich ja Glück…

Ich näherte mich Dortmund, mit einem Mal durch eine Schrebergartenanlage. So richtig Ruhrpott, ich liebe das.

Typisch Ruhrpott

Nach knapp einer Stunde erreichte ich Dortmund-Hörde. Mein Weg führte mich direkt an dem Phoenix-See vorbei. An diesem Morgen sah dieser wirklich schön aus. Ich stellte mein Fahrrad ab und genoss für einige Minuten den Anblick.

Unweit vom See befindet sich das Phoenix-Gelände, das ich links liegen ließ, um rechts herum weiterzufahren.

Phoenix-West

Kurze Zeit später erreichte ich das Geschäft.

Edelhelfer in Dortmund

Ich schob mein Rad rein, erklärte dem Mitarbeiter mein Problem.

Ja, das müsse auf jeden Fall kontrolliert werden, meinte er, morgen sei das Rad fertig. Nicht gut, kam es dann von mir. Ob es nicht schon heute ginge…

Okay, es waren noch 10 Räder vor mir dran, ich gab ihn meine Handynummer, er wollte sich bei mir melden, sollte das Rad heute noch fertig werden. Ansonsten sollte ich in drei Stunden nochmal reinschauen.

Da stand ich nun, mitten in Dortmund-Hombruch während des Lockdowns. Ich fand ein Cafe, das Kaffee und Brötchen zum Mitnehmen anbot. Mit diesen beiden Sachen setzte ich mich unweit der Fußgängerzone auf eine Bank und genoss mein zweites Frühstück. Sodann schlenderte ich durch die Fußgängerzone (nicht sehr groß) und fand irgendwann nicht weit entfernt einen Friedhof, wo ich mich erneut niederließ. Mit Vorbedacht habe ich meinen eReader mitgebracht und begann zu lesen.

Nach nur einer Stunde vibrierte mein Handy. Siehe da, eine SMS (ja, sowas gibt es noch). Sie war vom Fahrradhändler, mein Rad sei fertig. Na, das waren doch erfreuliche Nachrichten. Ich machte mich auf dem Weg zurück.

Im Laden angekommen erklärte man mir, dass nichts ausgetauscht werden musste. Es war die Kette und die Schaltung, die wohl noch nie gepflegt worden sei, erklärte mir der Mitarbeiter (sah ich da Tadel in seinem Blick?). Auf jeden Fall sei diese staubtrocken gewesen, und innerhalb der Schaltung befand sich allerlei Dreck.

Ich gelobte Besserung, bezahlte die Rechnung und schwang mich wieder auf mein Rad. Auf dem Weg nach Hause stellte ich aber wirklich erfreulich fest, dass die Kette ein zufriedenes schmatzendes Geräusch von sich gab. Das Schalten funktionierte… reibungslos, um dieses Wortspiel mal zu benutzen. Ich war jedoch noch nicht 100%ig überzeugt, dass es nur daran gelegen haben sollte…

Nachtrag:

Einige Tage später sah ich auf YouTube folgendes Video.

Ich musste schmunzeln, weil genau das Problem, das ich hatte, dort thematisiert wurde. Und hört euch mal das Geräusch der Kette an… genau so war das bei mir auch.

Nun bin ich doch überzeugt, dass ich mein Rad (insbesondere die Kette) mehr pflegen muss. Ich habe mir jetzt Öl und Wachs bestellt, so dass ich jedes Wochenende die Kette damit einschmieren werde… ganz bestimmt!

Fahrrad kaputt…

Es begann damit, dass mein Fahrrad irgendwann laut knackte. Ich schaute zur Pedale, weil ich das Gefühl hatte, dass es von dort kam. Es wiederholte sich jedoch nicht, also vergaß ich es schnell wieder. Doch leider war das ein Trugschluss. Immer öfters nun krachte es aus Richtung Schaltung/Kette.

Ich gebe zu, dass ich mein Fahrrad nie so sonderlich pflege. Auf wenn mir das Fahren natürlich Spaß macht, habe ich es nie in Betracht gezogen, das Fahrrad mal zu putzen, geschweige denn Wartungsarbeiten daran zu machen. Im Gegenteil, irgendwie sah ich die Dreckflecken als Orden der Natur an mein Fahrrad an. Naja…

Etwas schmutzig

Irgendwann fing dann doch die Kette an zu quietschen. Zuerst kaum wahrnehmbar, war es dann doch irgendwann unüberhörbar. Schnell war Fahrradöl auf die Kette gesprüht, und ich hatte wieder meine Ruhe.

Leider wurde jedoch das Knacken immer lauter. Und natürlich immer dann, wenn ich zum Sprint ansetzte, was Fußgänger veranlasste, erschreckt Platz zu machen, wenn sie mich schon von Weitem hörten.

Es ging kein Weg dran vorbei, ich musste mein Fahrrad putzen. In einem YouTube-Video lernte ich, was gerade bei der Kette zu beachten ist. So gerüstet (dazu Eimer, Lappen und Pflegeöl) ging ich ans Werk…

Unglaublich, was da an Dreck runterging. Am Schaltwerk habe ich mit einem kleinen Schraubenzieher gröbere Dreckteile entfernt. Das Ganze „dokumentierte“ ich als Story auf meinem Instagramkanal. Prompt kam ich in Kontakt mit einem Biker aus dem hohen Norden. Auch er hatte den Verdacht, dass mein Problem an der nicht vorhandenen Pflege meiner Kette/Schaltung lag.

Irgendwann war mein Fahrrad sauber (erstaunlich: mein Fahrrad ist schwarz und nicht grau). Zu guter Letzt behandelte ich meine Kette mit einem extra dafür gekauften Pflegeöl.

Danach ging es zu einer 15 km Probefahrt. Und was soll ich sagen? Alles lief einwandfrei…

War damit alles gut? Leider nein.

Einige Tage später fuhr ich wieder zu meinem 15 km entfernten Bäcker. Unterwegst wieder das gleiche Problem. Nun konnte ich aber das Problem besser lokalisieren: es kam vom hinteren Ritzel:

Noch genauer: ausschließlich der 9. Gang war betroffen. Und das ist genau der Gang, den ich zu weit über 90% benutze. Wieder Zuhause rief ich meine Fahrradwerkstatt an und erklärte mein Problem. Die meinten, dass das offensichtlich ein Verschleiß des Ritzels sei. So komme ich nicht umhin, in den nächsten Tagen mit dem Fahrrad zur Werkstatt nach Dortmund zu fahren (knapp 18 km), es dort abzugeben in der Hoffnung, dass sie es am selben Tag noch reparieren werden.

Große Hoffnung habe ich allerdings nicht; wird wohl ein paar Tage dauern. Gerade dann, wenn noch Ersatzteile bestellt werden müssen.

Drückt mir die Daumen, dass es schnell geht…

P.S.: Werde das Ganze „live“ auf mein Instagramkanal dokumentieren. Wer möchte, kann ja mal vorbeischauen: Chrisebiketour

Fahrt ins Sauerland… und viele Fehler.

Weihnachten. Zeit, etwas runterzukommen. Etwas langsamer zu werden… zu essen… bis die Hose nicht mehr passt, und die Wände einen erdrücken. Ich musste mich bewegen! Am Vortag hatte ich noch den Plan, im Januar eine Fahrradtour von Unna nach Herdringen ins Sauerland (knapp 35 km) zu machen, um dort meine Mutter und mein Vater zu besuchen. Einen Tag später setzte ich den Plan um. Schnell war die Tasche gepackt. Es war kalt draußen, also Schal, Mütze, dicke Jacke, Handschuhe nicht vergessen. Eine Flasche Wasser am Rad befestigt, Fahrrad-PC und Uhrentracker auf Null, schon ging es los.

Wenn man so spontan losfährt, ist die Gefahr groß, einige Fehler zu machen. Und so war es auch bei mir.

Der erste Fehler: ich versuchte eine „schönere“ Route als die von Google mir vorgeschlagene zu machen. Die sollte nämlich von meinem Wohnort zum nahegelegenen Bismarckturm über die Hauptstraße fahren. Fand ich nicht so schön, also über die Feldwege. Tja, was ich dabei nicht bedachte, war, dass es in den letzten Tagen sehr viel geregnet hatte; der Weg war fast unpassierbar. Schlamm und Pfützen überall. Mein Rad drehte manchmal durch, so dass ich sogar schieben musste. Als ich ich dann irgendwann am Bismarckturm wieder Asphalt unter den Rädern hatte, war ich ziemlich außer Puste, und mein Akku hatte schon ein Balken Energie verloren.

Macht ja nichts. Ich hatte ja mein Ladegerät mit eingepackt. Eine App verrät mir, wo ich unterwegs Strom laden kann. Außerdem, sooo weit ist das Sauerland nun auch wieder nicht, und die hügelige Landschaft dort ist mit einem eBike locker zu schaffen.

Mein zweiter Fehler…

Es war kalt aber sonnig. Meine Atmung beruhigte sich wieder, und so langsam genoss ich die Fahrt. Hin und wieder ein Schluck Wasser… alles gut. Nach knapp einer Stunde meldete sich nun doch langsam mein Magen. Was hatte ich vergessen? Richtig: etwas zu Essen. Das war der nächste Fehler, den ich bald bitter bereuen sollte.

Kurze Zeit später überquerte ich zum ersten Mal die Ruhr.

Überall Spaziergänger und Radfahrer. Hach, wie schön… wenn da nicht schon mein Magen knurren würde. Egal, weiter geht’s…

Irgendwann kam ich dann in Neheim an, das Ziel meiner Reise. Neheim? Ach nee, ich muss ja noch ein kleines Stück weiter nach Herdringen. Also Google aktualisiert und siehe da: es ging noch eine halbe Stunde weiter. Also ja, wieder ein Fehler: Entfernung unterschätzt.

Dann endlich kam ich bei meiner Mutter in Herdringen an.

Angekommen

Sie war sehr überrascht (sollte sie ja auch sein). Während wir im Wohnzimmer saßen, nutzte ich die Gelegenheit, mein Fahrradakku etwas aufzuladen. Da meine Mutter allerdings von meinem Bruder, der sie ebenfalls überraschen wollte, abgeholt wurde, verkürzte sich mein Besuch bei ihr sehr stark. Das Laden wurde abgebrochen, gegessen hatte ich nichts. Mittlerweile war es früher Nachmittag. Ich schwang mich aufs Rad, um meinen Vater zu besuchen.

Besuch…

Die Sonne hatte ihren Höchststand mittlerweile hinter sich gelassen, als ich den Friedhof wieder verließ. Mein Tacho verriet mir, dass es mit dem Akku ziemlich knapp werden würde. Also bemühte ich meine App um herauszufinden, wo sich denn die nächste Ladestation für eBikes befindet. Ist zwar ein kleiner Umweg, aber beim Laden könnte ich ja vielleicht noch etwas essen und Kaffee trinken.

Nun, Du ahnst es schon, es folgten die nächsten Fehler. Die Ladestation war nicht in Betrieb.

Ladestation… leider ohne Strom

Lag es daran, dass wir Feiertage hatten (die Station befand sich vor einem Hallenbad, das natürlich geschlossen hatte)? Natürlich hatten auch alle Geschäfte zu (wohl auch wegen dem Lockdown). Also, kein Strom, nichts zu essen. So machte ich mich auf den Weg nach Hause.

Unterwegs versuchte ich noch die eine oder andere Ladestation anzufahren. Ob es daran lag, dass Google-Maps auf dem Handy nicht richtig funktionierte, oder ich mich nicht mehr so konzentrieren konnte, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall brach ich irgendwann das Unternehmen „Strom-finden“ ab und versuchte, mit der restlichen Ladung nach Hause zu kommen. Die Hügel (Berge?) waren verdammt anstrengend im Eco-Modus zu schaffe. So oft es ging, schaltete ich den Motor sogar aus, um Strom zu sparen. Einmal musste ich trotzdem den Sport-Modus bemühen, um einen steilen Berg zu schaffen. Obwohl die Strecke vielleicht nur 1 Kilometer lang war, wurde mir Energie für 3 Kilometer vom Tacho abgezogen.

Es wird knapp…

Mir wurde schwindelig, meine Atmung unregelmäßig. Sie Sonne verabschiedete sich langsam, es fing an zu regnen. Ich war völlig fertig. Noch einmal mit meiner Familie telefonieren, ich rief Zuhause an. Meine Frau sagte mir, dass das Essen schon auf dem Herd sei… Das gab mir die Energie, stärker in die Pedalen zu treten.

Es war bereits dunkel, als ich Zuhause ankam. Mein Akku war so gut wie leer:

Es wurde knapp.

Auch ich war völlig fertig, durchgefroren und hatte tierischen Hunger.

Fazit: unterschätze niemals die Entfernung! Kälte und Berge zehren ungemein an deinem Akku! Und nimm dir was zu Essen mit!!!

Trotzdem war es schön…

Jahresrückblick 2020

Mein letzter Eintrag ist wirklich knapp ein halbes Jahr her. Ist nichts passiert? Blieb mein Fahrrad die ganze Zeit im Keller stehen? Nein, ganz im Gegenteil Mein eBike ist für mich mittlerweile so selbstverständlich geworden… aber der Reihe nach:

War es am Anfang noch eine große Herausforderung, ist meine Fahrt ins knapp 20 km entfernte Büro (siehe hier) heute kaum noch der Rede wert. Wenn ich nach Hause komme, bin ich in keinster Weise kaputt oder durchgeschwitzt.

Umso mehr reizt es mich nun, doch längere Strecken zu fahren, diese vorher zu planen, alles Wichtige einzupacken etc. Kleinere Abstecher in der näheren Umgebung hatten meine Frau und ich schon unternommen. Dabei kamen wir fast schon automatisch an der Ruhr vorbei.

Als wir so ein Stück auf dem Ruhrtalradweg fuhren, erwuchs automatisch der Plan, den gesamten Ruhrtalradweg zu fahren. Das ist der Plan fürs nächste Jahr: den gesamten Ruhrtalradweg von der Quelle in Winterberg bis nach Duisburg. Das sind 240 Kilometer. Natürlich nicht in einem Stück, sondern in 4 Teilabschnitte unterteilt. Anfangen wollen wir im Frühling. Alles weitere dann in diesem Blog.

Aber was ist sonst noch so in den letzten Monaten geschehen? Viele schöne Augenblicke, die ich mit den folgenden Bildern nur ansatzweise wiedergeben kann:

Gestern bin ich meine bisher längste Strecke gefahren. Zum ersten Mal seit langem war ich wieder so richtig kaputt.

Aber das beschreibe ich in meinem nächsten Blog…

Auf zur Arbeit

Es war noch dämmerig, als ich in meine Schuhe schlüpfte. Ich bin heute früher aufgestanden, weil ich mit meinem neuen E-Bike von Zuhause aus Richtung Dortmund ins Büro fahren wollte. Das sind knapp 20 km. Die Strecke habe ich mir mit Komoot rausgesucht, da ich nicht, wie Google es mir vorgeschlagen hatte, direkt an den Hauptverkehrsstraßen entlangfahren wollte.

Hatte ich nichts vergessen? Ich habe ja lediglich eine kleine Tasche auf meinem Gepäckträger, da musste alles reinpassen. Na ja, wird schon. Ich stellte meinen Tracker auf Go, nahm Schwung und radelte los.

Es war noch recht frisch an diesen Morgen. Erst wenige waren unterwegs, die Straßen noch relativ frei. Da mein Handyhalter noch geliefert wird, konnte ich den Anweisungen von Komoot nur akustisch über meine Kopfhörer verfolgen. Ich bin jedoch Goggle gewohnt. Das reagiert schneller und präziser. Somit verfuhr ich mich während der Fahrt das eine oder andere Mal. Kurz vor Ziel stellte ich es sogar ab. Ich denke mal, wenn ich aufs Display schauen kann, ist es einfacher.

Egal, jetzt war ich erstmal auf dem Weg.

Noch leere Stadt

An einer Ampel blieb ich das erste Mal stehen, die Sonne ging langsam auf. Das war hier in der Stadt noch relativ unspektakulär. Das änderte sich aber dann außerhalb derselben.

Fields Of Gold

Um mich herum Felder bis zum Horizont und wohltuende Ruhe.

Da ich gen Westen fuhr, schien die Sonne auf mein Rücken und warf meinen langen Schatten vor mir auf den Weg.

Dem Schatten hinterher

Dann näherte ich mich langsam Dortmund, der Verkehr nahm zu. Das erkannte ich aber nur, wenn ich mal die eine oder andere Hauptstraße überqueren musste. Ansonsten lotzte mich Komoot  über ruhige und auch sehenswerte Routen.

Diese Graffitiwand sah einfach nur klasse aus:

Nähere mich Dortmund

Nach knapp über eine Stunde kam ich dann im Büro an. Meine Kolleginnen staunten nicht schlecht, als sie erkannten, dass ich mir dem Fahrrad gefahren war.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, öfters mit dem Rad zu fahren, allerdings nicht jeden Tag. Das wäre mir dann doch zu viel. Aber so einmal die Woche… warum nicht.

Den hatte ich mir verdient

Und der erste Kaffee im Büro schmeckt dann nochmal so gut…

Erste richtige Tour

Unsere erste richtige Fahrradtour. Welche Route wählen wir? Nun, die Wahl fiel schnell auf unsere Trekkingstrecke. Die sind wir schon mal gewandert, wozu wir mehrere Stunden brauchten. Nachzulesen HIER

Diesmal also mit unseren neuen E-Bikes. Auf der Fahrt lernten wir immer besser den Zusammenhang zwischen Modi und Gangschaltung kennen. Einfach so den höchsten Gang und stärkste Unterstützung raussuchen, wenn man eine Steigerung emporklettern versucht… weit gefehlt. Runterschalten heißt das Zauberwort. Dadurch merkt der Motor, dass man was tut und unterstützt umso mehr. Es ist faszinierend zu beobachten, wie die Gewohnheit den Körper vermitteln will, dass es gleich anstrengend wird, das Bike einem jedoch ohne großes Federlesen den Berg hochschiebt.

Es war bewölkt, nicht kalt, aber auch nicht unbedingt warm. Ideales Fahrradwetter… zumindest für mich. In Billmerich angekommen, durchquerten wir ein kleines Wäldchen, fuhren entlang einiger Pferdekoppeln und erreichten dann eine kleine Anhöhe. Hier ging es gut bergab. Meine Frau fuhr vor, ich machte einige Aufnahmen und fuhr dann hinterher (den Vordermann aufzuholen ist plötzlich auch kinderleicht).

Es geht gut runter

Die Zahlen auf meinem Tacho wurden wie meine Augen immer größer. Auch wenn die Motorunterstützung bei 25 km/h aufhört, kann man mit dem Bike natürlich schneller fahren. Bei 45 km/h verließ mich der Mut, und ich bremste langsam ab. Bei meiner Frau angekommen, bekamen wir unser Grinsen nicht aus dem Gesicht…

Weiter ging es durch Waldwege.

Durch den Wald

Dann kamen wir an unserem Zwischenziel an: dem Bahnwald. Wetterbedingt war er nicht so schön in Farben getaucht als beim letzten Besuch, dafür waren wir aber weitaus schneller und erholsamer hier.

Parallel den Bahnschienen entlang näherten wir uns einer größeren Ortschaft, die aber noch verschlafen wirkte. Hier mussten wir doch einige Hauptstraßen überqueren, bis wir dann wieder Feldwege benutzen konnten.

Und da war eine Steigerung, die ich damals beim Trekken verweigert habe, da mir da schon die Füße qualmten. Was habe ich gelernt? Höchste Unterstützung, Gang runter!

Sieht nicht so aus, hier geht es aber gut hoch.

Okay, war zwar anstrengend, aber wir haben es trotzdem geschafft. Oben angekommen machten wir eine kleine Pause…

…ehe es dann vorbei an Schloss Opherdicke Richtung Heimat ging.

Auch diese Tour hat wirklich Spaß gemacht. Für die knapp 28 km brauchten wir 1,5 Stunden.

Als nächstes steht bei mir die Fahrt zu meiner Arbeit an, früh morgens. Wie werde ich die Strecke schaffen? Werde ich verschwitzt im Büro ankommen? Werde ich nach 8 Stunden Arbeit den Weg zurück schaffen?

Das in meinem nächsten Blog…

Erste (kleine) Fahrradtour

Normalerweise, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, setze ich mich mit einem Kaffee in meinen Sessel und komme dann zur Ruhe. So auch an diesen Tag. Allerdings befand sich in Sichtweite (genaugenommen keine drei Meter entfernt im Wohnzimmer) mein neues eBike. Und somit hatte ich keine Ruhe. Nach dem Kaffee schnappte ich mir meinen Helm, verabschiedete mich von meiner Frau, und fuhr die Strecke, die ich erst vor 3 Wochen mit meinem „normalen“ Fahrrad gefahren war. Ich wollte jetzt den Unterschied sehen… und vor allem spüren.

Die ersten paar hundert Meter musste ich noch an die stark befahrende Hauptstraße entlang, dann bog ich links in den Feldweg ein. Doch schon auf dem Weg hierhin spürte ich die Unterstützung des E-Motors. Weg von der Hauptstraße empfing mich die Ruhe der weiten Felder. Getreide wogen sich im warmen Sommerwind, Schäfchenwolken flogen am Himmel um die Wette. Feldblumen blühten um die Wette und übersäten die Landschaft mit bunten Tupfen.

Landschaft pur

Ich fuhr einfach darauf los. Soll ich links oder rechts? Auf der einen Seite geht es steil bergab, sicherlich muss ich dann wieder so einen Berg rauffahren. Aber hey, ich habe doch jetzt ein eBike. Also düste ich den Berg runter. Knappe 45 km/h zeigte mir mein Bordcomputer.

Es kam, wie es kommen musste, danach ging es Bergauf. Den Motor auf „Sport“ gestellt, die Gänge runter. Nur so bekam ich die stärkste Unterstützung vom Motor. Oben angekommen blieb ich keuchend stehen, drehte mich um. Unglaublich, was ich gerade mit dem Bike geschafft habe.

Am Ende der Stecke erwartete mich mein Ziel. Es war der alte Bismarckturm. Hier gönnte ich mir eine kleine Pause.

Nun schaute ich mir nochmal meine rechte Pedale an. Von dort kam immer noch dieses knarrende Geräusch. Ich packte das Schutzblech, zog und bog da etwas dran. Ja, da war etwas Spiel. Naja, egal. Ich stieg wieder auf und fuhr die letzten Kilometer nach Hause. Und was soll ich sagen? Das Geräusch war weg! Das Kettenschutzblech muss wohl so gebogen gewesen sein, dass er die Vibration beim Treten verstärkt und somit das Geräusch verursacht haben musste.

Zufrieden kam ich Zuhause an. Mir gefällt mein Fahrrad immer mehr…

eBikes abgeholt

Wir standen also am Bahnsteig und warteten auf den Zug. Ich fahre sehr selten mit Zügen oder überhaupt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Deshalb war es für mich schon etwas Besonderes, die Fahrtstrecke herauszufinden und Karten zu besorgen. In Dortmund müssen wir in den SEV. Ich dachte erst, das wäre der Name einer Buslinie, bis ich herausfand, dass es sich dabei um die Abkürzung für Schienen Ersatz Verkehr handelt. Man lernt eben nicht aus.

Der Zug fuhr ein, und wir los.

Zugfahrtromantik

Draußen gleitete die Landschaft vorbei. In Dortmund haben wir 14 Minuten Zeit, den richtigen Bus zu finden. Wann bin ich das letzte Mal Bus gefahren? Wahnsinnig lange her. Egal, der Zug hielt, wir sprinteten raus, suchten und fanden die Information, die uns zum Nordausgang schickte. Und dort stand, wir wären fast davor gerannt, der richtige Bus. Unglaublich…

Der Rest ging schnell, innerhalb von einer weiteren halben Stunde waren wir da (zwischenzeitlich musste ich bei Goggle-Map auf meinem Handy nachschauen, wo wir sind, damit wir rechtzeitig den Halteknopf drücken konnten).

Im Laden selber wurden wir freundlich begrüßt. Wir mussten etwas warten, weil noch andere Kunden vor uns waren. Ich nutze die Zeit und schaute mich um. Und tatsächlich, da standen unsere Bikes.

Mein Bike

Leider sah ich keinen Handyhalter, den hatten wir doch mitbestellt. Dieser wird nachgeliefert, wurde uns dann gesagt. Gut, dann haben wir einen weiteren Grund, hier wieder hin zu fahren. Den anderen erkläre ich gleich…

Wieder kam der Typ mit den langen Haaren und Laptop unter seinem Arm auf uns zu. Wir erledigten das Formelle. Doch dann wären wir beinahe umgekippt, denn sie brauchen von uns einen Abrufschein. Und den gibt es bei meiner Frau in der Personalabteilung. Davon wussten wir natürlich nichts.

„Ohne diesen Schein können wir die Räder eigentlich nicht rausgeben“, so der Verkäufer. Wir guckten uns an. Mit Öffis wieder zurück?

„Aber“, so dieser weiter, „natürlich nehmt ihr die Fahrräder jetzt mit. Die Scheine schickst Du mir einfach per Mail, dann klappt das schon!“

Peng. So schnell ist der Tag gerettet. Kurze Zeit später standen wir draußen in der Sonne. Helm aufgesetzt, und schon ging es los Richtung Heimat. Doch wo ist das? Ohne Navihalter mussten wir uns nach den normalen Straßenschildern orientieren. Doch leider ist Fahrradfahren in Hörde und Aplerbeck nicht gerade schön. So quetschten wir uns an langsam fahrenden Autos vorbei; wir waren mitten im Feierabendverkehr. Schnell lernten wir aber die zusätzliche Unterstützung der verschiedenen Modi zu schätzen. Manch Autofahrer staunte, als wir von der roten Ampel schneller als er loskamen.

In Höhe von Holzwickede endlich konnten wir von der Hauptstraße ab. Es wurde ruhiger, die Landschaft schöner. Jetzt endlich konnten wir die Fahrt genießen.

Durch die Ruhe jedoch hörte ich, dass mein rechtes Pedal beim Treten knarrende Geräusche machte. Ist schon etwas störend. Und das ist der andere Grund, warum ich irgendwann mit dem Fahrrad zum Laden zurückfahren werde. Vielleicht fehlt da nur der berühmte Tropfen Öl, oder es muss was nachgezogen werden.

Am Himmel türmten sich mächtige Wolken auf, die ersten Tropfen fielen. Wir fuhren ungehindert weiter. Pünktlich zur Rückkehr Zuhause ergoss sich sinnflutartiger Regen herab.

Das war unsere erste Fahrt mit unseren Bikes. Klar, wir waren durchgeschwitzt. Aber es ist kein Vergleich zu einem „normalen“ Fahrrad.

Und nun heißt es Touren planen…

eBike Kauf (Teil 2)

Nach dem Fiasko bei den Geschäftskette „glückliche Räder“ (siehe Teil 1), begaben wir uns zum nächsten Geschäft.

Wir fuhren mit dem Auto auf einem Parkplatz direkt vor dem Fahrradladen und betraten mit Gesichtsmaske bewaffnet den Geschäftsraum. Bei weitem nicht so groß wie „glückliche Räder“, aber dafür weitaus gemütlicher.

Wir schlenderten durch den Raum, und wurden alsbald von einem Verkäufer freundlich angesprochen. Wir äußerten unsere Wünsche. Schnell wurden uns einige gezeigt, eins gefiel mir auf Anhieb. Draußen durfte ich damit eine Runde fahren. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, den „Sport-Modus“ einzuschalten. In wenigen Augenblicken beschleunigte das Rad auf 25 km/h. Geiles Gefühl. Zurück erklärte ich, dass das mein Rad sei. Es dauerte keine 20 Minuten (bei „glückliche Räder“ dauerte es über 90 Minuten). Auch sonst gab es kleine, aber feine Unterschiede. Auf dem Bordcomputer klebte z. B. noch die Schutzfolie (im anderen Laden nicht, da war das Display sogar schon etwas zerkratzt). Ebenso kompetent wurden uns Handy- und Flaschenhalter gezeigt, ebenso eine Fahrradtasche.

Dann sollten wir uns ins Büro begeben, um die Formalitäten zu erledigen. Natürlich hatte man hier das Kürzel vom Arbeitnehmer meiner Frau, worüber das Leasing ging, parat. Wir setzten uns auf einer Ledercouch in einem gemütlichen Raum; in der Ecke stand ein Kaffeevollautomat. Okay, dachte ich, gleich geht es wohl nach nebenan ins Büro. Aber nein, der Typ kam zu uns, leger mit Jeans, Turnschuhe, lange Haare und einem Laptop unter dem Arm. Er setzte sich uns gegenüber, klappte seinen Rechner auf und stellte ihn auf seine Beine. Uns wurden Getränke angeboten, während er die Daten eingab. Nun war ich gespannt, ob er denn auch die Probleme bei der Anmeldung auf den Server hatte. Und ja, auch sein PC warf die Fehlermeldung raus. Das ließ ihn aber ziemlich cool. Er tippte weiter auf seiner Tastatur rum, meinte, hier und da was nicht richtig eingegeben zu haben, und et voilà… die Daten waren beim Empfänger.

„Nächste Woche habt ihr eure Bikes!“, sagte er im Plauderton. Meine Frau und ich grinsten uns an…

Am selben Tag bekamen wir schon eine Nachricht, dass das Ganze seinen gewohnten Gang ginge. Gestern wurden uns Abholcodes mitgeteilt. Morgen nun werden wir unsere Räder abholen. Wir werden mit dem Zug bis nach Dortmund-Barop fahren, und von dort aus mit unseren eBikes zurück nach Unna. Das wird dann auch sofort unsere erste längere Fahrt werden.

Ich bin sehr gespannt…